[Karneval der Rollenspielblogs] Liebe und Romantik

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In diesem Monat dreht sich alles um Liebe und Romantik im Karneval der Rollenspiele. Als leidenschaftlicher Pendragon-Spieler und -Spielleiter ist das natürlich ein Thema, dass einem nicht fremd ist. Die Liebe eines Ritters zu einer Dame ist vielleicht der stärkste Antrieb um sich zu beweisen und eine Quest auf sich zu nehmen. Zugleich dürfte Pendragon auch mit den schönsten und einzigartigsten Rollenspielabenteuern aufwarten. Wo sonst versucht man verfluchte Liebende aus einem magischen Land zu retten, eine Dame von hohem Stand mit einer goldenen Rose zu beeindrucken und über seinem Stand zu heiraten oder anzuschauen wie die Geliebte an einen anderen Mann verheiratet wird! Zum Thema Liebe hatten wir auf unserem Pendragon-Blog auch eine Zufallstabelle mit 1W20 Aufgaben um das Herz einer Dame zu erringen!

01 – In einer Höhle, an einem Berg, weit im Norden, da lebt ein Greif mit goldenen Federn. Bei jedem Sonnenaufgang putzt und schüttelt er sein Gefieder und es glänzt in den roten Strahlen wie geschmolzenes Gold. Eine dieser Federn wäre ein vortreffliches Geschenk für diese Dame. Doch sie würde es nie verzeihen, wenn das schöne Wesen getötet wird.

02 – Die Dame hat ein ausländisches Instrument aus dem Morgenland von ihrem Vater geschenkt bekommen. Auch wenn es einer Laute gleicht, so ist es noch Keinem gelungen, mit einer Melodie ihr Herz zu berühren. Wird der Ritter muselmanische Spielleute befragen oder dem Instrument keltische Töne abzwingen?

03 – In jedem Winter treibt eine alte Hexe ihr Unwesen in den nördlichen Bergen. Sie stiehlt die Kinder der Dorfbewohner, treibt Eisstürme über das Land und vernichtet im Frühling und Herbst die Ernten mit Hagelstürmen. Nur im Sommer ist ihre Zauberkraft geschwächt. Die Dame des Ritters wünscht, dass diese Frau nie wieder Unheil anrichten kann. Ihr Kristallherz soll ein Zeugnis für die immerwährende Liebe zu seiner Minne, den Mut und die Stärke des Ritters sein.

04 – Um die romantischste Liebeserklärung des Landes zu finden, muss der Ritter den berühmten Barden Coinneach finden. Der befindet sich in desolaten Zustand im Hinterzimmer einer Dorftaverne. Ist er wieder nüchtern, so bringt er dem Ritter die Worte bei, die das Herz der Dame erfreuen werden.

05  – Um eine wärmende Decke für die Winterzeit zu weben, benötigt die Dame einen ganz besonderen Stoff: Das Barthaar eines Riesen! Keine leichte Aufgabe für den Ritter, denn kein Riese gibt sein Barthaar freiwillig her. Doch möglicherweise kann er den Riesen mit seiner [Redekunst] davon überzeugen, sich von seinem Barthaar zu trennen.

06  – Die Dame bittet den Ritter, ihr Heimatdorf zu retten, indem er die Pest selbst besiegt. Es handelt sich dabei um einen gewaltige, im Licht unsichtbare riesige Ratte (alle Werte wie ein Löwe). Die Unsichtbarkeit führt zudem dazu, dass die Gegner der Ratte im Kampf alle einen Malus von -10 erleiden.

07 – Die Dame verlangt nach einer Phiole voll Meerwasser, das vom Sonnenuntergang golden eingefärbt wurde. Würfle mit 1W4 um herauszufinden zu welcher Küste der Ritter reisen muss: 1 – Norden / 2 – Osten / 3 – Süden / 4 – Westen.

08 – Die Dame will die [Aufmerksamkeit] des Ritters testen und lässt einen Maskenball ausrichten. Die Aufgabe an den Ritter ist, die Minne in Verkleidung  zu erkennen. Ihre vier Hofdamen haben sich identisch verkleidet und tragen eine perlweiße Maske. Die Angebetete selbst ist als Page verkleidet und hält sich im Hintergrund.

09 – Die Dame des Herzens will ihrem Ritter ein besonderes Gericht bereiten. Der Ritter soll folgende Zutaten beschaffen, die dem Mahl einen ganz außergewöhnlichen Geschmack verleihen sollen: Drei Eier eines Falken, der sein Nest hoch oben in den nahen Klippen hat, die Milch einer schwangeren Hirschkuh und Mehl aus der Mühle der dreiäugigen Riesin Étaín im Feenwald. Diese hasst Ritter, da einige Männer ihren Gatten getötet haben. Hat der Ritter alle Zutaten beschafft, steht ihm die größte Aufgabe bevor: Den Kuchen zu verspeisen, denn dieser schmeckt scheußlich [Falsch = Erfolg: Der Ritter kann seine Dame überzeugen, dass dieses ausgefallene Gericht vorzüglich schmeckt].

10 – Die Dame möchte die Treue ihres Ritters testen und schickt ihn aus, die Locke einer Feendame zu erringen. Die Feendame versucht den Ritter zu verführen und würde dem Ritter die Locke überlassen, wenn er ihr einen Kuss schenken würde. Ist der Ritter später [Ehrlich] genug um seiner Minne den Kuss zu beichten? Verheimlicht er den Kuss oder kann er den Avancen der Fee widerstehen und auf andere Art und Weise eine Locke erlangen?

11 – Die Herzensdame hat ihre goldene Kugel verloren. Es war ein Geschenk ihres Vaters und sie spielte unbedacht in der Nähe eines tiefen Sees. Nun ist die Goldkugel in den Fängen eines grässlichen Froschwesens. Der Ritter soll dieses Monster besiegen und die Goldkugel zurückbringen. Das Froschwesen ist ein Water Leaper (Wasserspringer): Siehe Pendragon 5.1 S. 188

12 – Die Herzensdame wünscht sich einen Rosengarten auf dem Lehn des Ritters, um darin zu flanieren. Sie gibt ihm ein Jahr lang Zeit, um die Rosen zum blühen zu bringen und den Garten zu gestalten. Der Ritter muss Gärtner anheuern und einige Librum investieren (siehe Book of Manor). Wer seine Dame allerdings beeindrucken will, der schafft es mit Feenhilfe, den Garten innerhalb eines halben Jahres zum blühen zu bringen. Doch die Feen wollen dafür nicht weniger, als ein Fest auf dem Lehn des Ritters feiern.

13 – Es gibt eine alte Geschichte über einen wunderbaren Falken (ein Merlin) mit silbernem Bauch. Nur zwölf Tiere leben zu jeder Zeit in Britannien und kaum jemand hat den Falken je zu Gesicht bekommen. Es heißt, dass jede Falkenjagd mit diesem Vogel von außergewöhnlichem Erfolg gekrönt sei. Die Dame des Ritters wünscht sich diesen Falken. Man sagt, dass dort, wo der Schnee niemals schmilzt, der Silberbauch sein Nest hat.

14 – Die Dame bietet ihm auf einer Jagdgesellschaft an, ihm für seine Beute Küsse zu schenken. Einen für einen Hirsch, zwei für einen Eber und drei für einen Fuchs. Dies ist natürlich ein Test auf die Persönlichkeit des Ritters. Während der Jagd kreuzen sich immer wieder die Spuren, sodass der Ritter sich immer wieder neu entscheiden muss.  Bringt er ihr einen Hirschen, so erhöht sich gleichzeitig ihr [Keusch] und ihre [Liebe: Ritter] um einen Punkt. Ist es ein Eber, so erhält der Ritter einen Haken bei [Arbeitsam]. Ist die Beute ein Fuchs, so macht er einen Haken bei [Lüstern] und die Liebe der Dame sinkt um einen Punkt. Versucht er ihr mehr als ein Tier zu bringen, so erhält er je einen Haken auf [Ausschweifend] und [Selbstsüchtig] und die Liebe der Dame sinkt um zwei Punkte.

15 – Der Ritter soll das kommenden Turnier mit den Mitteln eines armen Ritters bestreiten. Dabei darf er weder sein Gesicht zeigen noch unter seinem wahren Namen auftreten, sondern sich als Ritter der Tauben vorstellen. Erst wenn er das Turnier gewonnen hat, darf er sein wahres Gesicht zeigen.

16 – Es heißt, dass Liebe durch den Magen geht und nun verlangt die Dame nichts geringeres, als ein Gastmahl mit allerhand Unterhaltung. Schauspiel, Jonglierkunst, Tanz und Minnesang soll der Ritter organisieren. Zahllose Kosten werden auf ihn zukommen und die größte Kunst wird es sein, über [Intrige] und [Hofettikette] herauszufinden, wen die Dame auf solch einem Fest erwartet und wer keinesfalls eingeladen werden sollte.

17 – Auf einer Lichtung im Sauvage Forest soll eine ungewöhnliche Rose wachsen. Man sagt, dass ihre äußeren Blüten grün wie Smaragde und die inneren gelb wie Bernstein sind. Jedes Jahr zur Sommersonnenwende blüht dieses einzigartige Gewächs. Die Dame wünscht diese Rose als Geschenk. Doch der Wilde Wald ist voller Gefahren und leicht kann man sich darin verirren.

18 – Die Dame teilt ihrem Ritter mit, dass es noch einen Konkurrenten (Werte eines jungen Ritters) gibt. Da sie sich nicht entscheiden kann, soll ein Duell im Namen der Liebe entschieden werden. Der Schwertkampf scheidet aus. Geprüft werden soll die Jagdkunst, das Musizieren, die Redekunst und der Tanz.

19 – Unter der Abtei von St. Benet in Anglia soll in einer Höhle verborgen einer der letzten Drachen Englands schlafend liegen. In seinen Klauen umschlossen liegt ein Edelstein von vollkommener Reinheit. Dem Ritter sollte klar sein, dass er den Drachen nicht töten kann, doch misslingt ihn bei der Annäherung seine Geschicklichkeitsprobe, so öffnet das Ungetüm seine Augen und wird mit seiner Pranke oder seinem Odem dem Ritter Schaden zufügen, bevor die herunterfallenden Felsbrocken den Zugang für immer versperren. Das Aufwecken des Drachen bedeutet zudem ein gewaltiges Erdbeben, das das Land erschüttern wird. Der Drache besitzt spieltechnisch die Werte eines Wyrms.

20 – In Irland gibt es einen See auf dessen Grund ein Spiegel liegt. Der See ist so rein, dass man sein Bild in dem Spiegel dort unten sehen kann. Man sagt, dass der Spiegel einst einer schönen Königin gehörte, die ihren Spiegel fortwarf, als sie von einer bösen Hexe verflucht wurde. Nichts sehnlicher wünscht sich nun die Dame, als diesen Spiegel. Doch Vorsicht, niemandem ist es bisher gelungen den Spiegel zu bergen, denn Wassergeister bewachen diesen Schatz.

Gesammelt von Kaid, Andreas und Daniel

Insgesamt betrachtet ist Liebe und Romantik aber eines der Themen, die besonders unterrepräsentiert in Rollenspielen sind. Wir haben Gewalt, Macht, Hass, Gier, Wahnsinn oder Angst en masse, aber Liebe? Kaum. Natürlich gibt es neben Pendragon noch Monsterhearts, Blue Rose oder auch das kleine Kagematsu, in der eine Spielerin die Rolle eines männlichen Ronins übernimmt, der in abgeschiedenes Dorf kommt. Derweil versuchen die männlichen Spieler in der Rolle der Frauen des Dorfes den Ronin zu verführen, damit er die Bedrohung des Dorfes zur Strecke bringt. Aber besonders viele Spiele zum Thema Liebe und Romantik gibt es nicht.
Wir hatten uns über das Thema bereits in der 91. Episode unseres Podcastes unterhalten und gehen dort dem Phänomen ein wenig auf den Grund und geben gleichzeitig Tipps wie man Romantik ins Spiel einbaut.

Damit dieser Beitrag aber nicht nur altes aus dem Archiv hervorholt ergänzen wir den Karneval noch um ein weiteres Kurzabenteuer für Pendragon:

Die Dame des Gartens

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Setting: Das Szenario spielt auf dem Lehn der Charaktere und in ihren Träumen.

Problem: Jeder Spielercharakter träumt von einem prachtvollen Garten und gemeinsam können sie ihn durchwandern. Der Garten ist aufwändig gestaltet, mit langen Wegen, einladenden Bänken aus weißem Marmor und prächtigen Blumen. Jeder Charakter erhält einen Haken auf [Romantik], wenn der Garten durchwandert wird.

Man erreicht nach einigen Biegungen auf dem Weg ein Feld voller roter Mohnblumen. Jedem Charakter der weitergehen will, muss nun ein Wurf auf [Faul] ablegen [Erfolg = Der Ritter ist müde und will nicht mehr weitergehen. Misserfolg = Er kann weitergehen.].

Wer weitergeht erkennt alsbald auf einem Hügel einen alten römischen Kuppelbau und darin sitzt eine Dame von vollkommener Schönheit. Sie bittet jeden Ritter ihr eine Blume von den nahen Feldern zu bringen.

Auf den Feldern wachsen drei Blumenarten, die klassischerweise Persönlichkeitsmerkmalen bzw. Leidenschaften zugeordnet sind (siehe auch Book of Manor). Einem Ritter dem ein Wurf auf [Romantik] gelingt, weiß welche Aspekte eine Blume besitzt.

Weiße Chrysanthemen stehen für Vertrauen.
Spanischer Jasmine stehen für Lust.
Vergissmeinnicht stehen für die Wahre Liebe.

Je nachdem welche Blume der Dame gereicht wird, desto einfacher oder schwerer wird es sein ihren Avancen zu widerstehen. Der Ritter muss seine [Liebe] gegen die [Schönheit] der Dame testen. Hat der Ritter keine Liebe, so versagt er automatisch. Wer bei dem Wurf versagt, entwickelt eine Liebe zur Damen im Garten mit 2W6+6.

Der Wurf des Ritters wird wie folgt modifiziert:

Weiße Chrysanthemen: +/- 0
Spanischer Jasmine stehen für Lust: -5
Vergissmeinnicht stehen für die Wahre Liebe: +5

Wer ihr alle Blumen bringt, da die Liebe vielfache Aspekte besitzt, so werden alle Boni und Mali addiert. Allerdings entwickelt er dann bei einem Misserfolg eine Liebe zur Dame mit 1W6+12.

Charaktere: Die Dame des Gartens hat die Werte einer Lady mit einer Schönheit von 16.

Geheimnisse: Die Dame des Gartens ist das Opfer einer bösen Zauberin geworden. Sie wurde in diesem Traumreich gefangen und kann den Garten nur verlassen, wenn ihre wahre Liebe ihr einen Garten baut, ganz exakt so wie er hier beschrieben wurde. Erst dann kann sie zur Wintersonnenwende aus dem Traumgarten treten und mit ihrem Liebsten zusammen sein.

Lösungsweg: Der Ritter muss ihr einen Garten bauen. Das kostet 1 Librum um ihn auszuheben und 2 Librum um heimische Blume zu pflanzen. Allerdings kostet das Pflanzen von Vergissmeinnicht, Weißen Chrysanthemen und Spanischem Jasmine 10 Librum, da sie importiert werden müssen.
Ein Gärtner kostet jährlich 5 Librum.
Man erhält jährlich 2 Ruhm und einen Wurf auf [Romantik].
Der römische Kuppelbau kostet 8 Librum, allerdings muss er nicht jährlich unterhalten werden.
Wenn mehr als ein Ritter eine Liebe zur Dame des Gartens entwickelt hat, so ist natürlich derjenige ihre wahre Liebe, der als erstes den Garten gebaut hat.

Ruhm: 100 Ruhm für das Befreien der Dame und zusätzlichen Ruhm für den Bau des Gartens auf dem Lehn.

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