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Okay, meinte Daniel, aber hör mal Frank: Kannst du mir denn für unseren Blog auch skizzieren, was im Buch genau drin ist? Die Lesenden sollen sich ja ein gutes Bild machen können. Toller Plan, dachte ich. Schauen wir also mal gemeinsam rein:
Wir wollten ein Werkbuch, in dem sich Schritt für Schritt erschließt, was Rollenspiel als Lernraum leisten kann. Und wir wollten gleichzeitig ein Buch, dass nicht nur im Schrank steht, sondern immer wieder genutzt wird.
Fundament
Damit das gelingen kann, müssen erstmal alle auf den gleichen Stand gebracht werden. Im ersten Teil des Buches geht es deshalb um ganz grundlegende Wirkweisen und Einordnungen. Zum Beispiel, welche Rolle spielen Erlebnisse wie Immersion oder auch dieses schwer zu greifende „Bleed“, wenn Erfahrungen aus dem Spiel in die reale Welt hineinwirken? Wir haben uns aber auch die Geschichte der Rollenspiele angeschaut und ihre Spielformen. Das hilft später im Buch, gute Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel bei der Frage, welches System zu welchem Lernziel passt.
Wissenschaftliche Perspektiven
Im ersten Teil wird also quasi das Fundament gelegt. Im zweiten Teil geht es dann in die Tiefe und der Blickwinkel verschiebt sich zu wissenschaftlichen Perspektiven. Philosophie, Soziologie, Psychologie und Didaktik schauen jeweils aus ihrer eigenen Richtung auf dasselbe Phänomen. Warum kann Rollenspiel helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen? Und wie lässt sich das didaktisch so rahmen, dass daraus ein sinnvoller Lernprozess wird?
Praxis
Wichtig war uns, immer wieder zu zeigen, was die Sichtweisen konkret für die Praxis bedeuten. Am Ende dieses Teils steht deshalb auch ein sehr pragmatisches Werkzeug. Eine Art Leitfaden, der dabei hilft, eigene eduRPGs zu entwickeln.
Noch konkreter wird es dann bei den Praxiserfahrungen im dritten Teil. Zehn sehr unterschiedliche Projekte, aus verschiedenen Ländern und den Kontexten Hochschule, Schule und soziale Arbeit. Ich stelle dort zum Beispiel ein eigenes eduRPG aus meinem Unterricht vor. Andere Beiträge zeigen, wie Rollenspiel im Philosophieunterricht eingesetzt wird, wie es nach belastenden Ereignissen in Schulen helfen kann, wieder Vertrauen aufzubauen, oder wie kreative Schreibprozesse durch Rollenspiele unterstützt werden können.
Ganz nebenbei soll bei den Lesenden der Gedanke entstehen: Wie cool, das könnte ich auch mal ausprobieren. Und genau da setzt dann auch der vierte Teil an. Es geht dann nicht mehr nur um Verstehen oder Einordnen, sondern ums eigene Tun. Aus Lesenden werden Spielleitende.
Mikro-RPGs
Zunächst geht es um die eigene Rolle. Welche Ziele verfolge ich? Wie gestalte ich sichere Spielräume? Und dann folgen die Mikro-eduRPGs. Kurze, klar strukturierte eduRPGs, die sich direkt einsetzen lassen. Wir haben sie so gestaltet, dass sie unterschiedliche Themen und Zielgruppen ansprechen.
Ein Goblin-Spiel von Grant Howitt ist dabei. Andere Szenarien führen in Tierwelten, in Science-Fiction-Settings oder in Situationen, die sich mit Flucht und Entscheidung unter Unsicherheit beschäftigen.
Edukatives Rollenspiel erschließt sich unserer Meinung nach am besten, wenn man es nicht nur liest, sondern auch erlebt. Und dafür braucht es zunächst einen klaren Rahmen, der Orientierung gibt, aber gleichzeitig genug Raum für eigene Wege lässt.

