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Monster sollten eine Geschichte haben.

Seit meinen frühesten AD&D-Gehversuchen üben RPG-Monster eine besondere Faszination auf mich aus. In den damaligen RPG-Abenteuern als Jugendlicher wurden die meisten Herausforderungen kämpferisch gelöst und Monster waren die üblichen Herausforderungen, die der Gruppe entgegengeworfen wurden. Hintergrundgeschichten oder einen tieferen Settingbezug benötigten die Monster damals nicht. Ihre Lebensdauer war ja in bloßen Spielrunden messbar. Aber irgendetwas fehlte doch. Kämpfe fühlten sich repetitiv an, den Monstern fehlte Tiefe. Sie waren austauschbar.

Nach und nach begriff ich, dass auch Monster so wie NSC eigene Motivationen besitzen, ihre eigene Nische im Ökosystem bekleiden und mit ihrer fiktiven Umwelt interagieren. Mein erster Blick bei neuen RPG-Produkten galt immer noch dem Monsterteil. Inzwischen war mir aber wichtiger, ob die Monster auch einen interessanten Hintergrund besaßen und nicht nur interessante besondere spielerische Fähigkeiten hatten.

In den letzten zwei Jahren arbeiteten wir nun an der Lankhmar-Box für DCC. Schnell war klar, dass wir uns bei der Übersetzung eng an die literarische Vorlage (d. h. die deutsche Übersetzung der Erzählungen) halten würden. Ich bekam für die Übersetzung u. a. den Monsterteil zugeordnet. Ich frohlockte. Rasch wurde allerdings auch klar, dass das älteste Rollenspiel der Welt im Anhang N nicht grundlos Fritz Leiber (den Autor der Erzählungen rund um Lankhmar) als Inspirationsquelle angab. Auch diesem Vorbild wollten wir gerecht werden. Ich recherchierte für die Monster also auch in vielen alten RPG-Bänden.

Der Aufwand lohnte sich – auch inhaltlich: Die Monsterbeschreibungen in der Box sind bereits sehr inspirierend. Die Recherche in Fritz Leibers Erzählungen lieferten jeweils zusätzlich lebhafte, spannende, lustige und unterhaltsame Beispiele dafür, wie diese Monster in Lankhmar eingebaut wurden, wie sie mit ihrem Umfeld interagierten – und natürlich, wie sie Fafhrd und den Grauen Mausling in Fritz Leibers unnachahmlich unterhaltsamem Erzählstil auf Trab hielten.

Das Erlebnis war nicht unähnlich der Multimedia-Erfahrung, wenn ihr Held:innen eures Lieblingsromans in einem Hörspiel oder einem Blockbuster-Film auf andere Weise erneut zu Leben erweckt seht. Ich kann ganz klar attestieren, dass die Monster der Lankhmar-Box spielerisch wie inhaltlich sehr „lebensnahe“ Abbilder ihrer Vorbilder in den Erzählungen sind. Und dazu finden sich in der Box noch ein, zwei neue Monster, die genau so auch in Leibers Erzählungen stehen könnten, so gut fügen sie sich in die Liste ihrer Monstergeschwister ein.

Diese Monster sind originell, sie besitzen eigene Hintergründe und dienen nicht nur als „Monsterfutter“ in Kämpfen. Diese Monster können vielmehr Hauptfiguren eines Abenteuers sein. Ich kann es kaum erwarten, sie mit einer Abenteurergruppe in Lankhmar interagieren zu lassen. Und dann genüsslich zu beobachten, was die Gruppe mit dieser Begegnung anfängt – oder wie die Monster auf diesen merkwürdigen Haufen von Abenteurern reagieren.


Günther: Übersetzung

Neugierig geworden auf DCC: Lankhmar?
Die Lankhmar-Box gibt es natürlich noch im Shop

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